Kein Schnellschuss durch verfrühte und zu weitgehende Lockerungen

Nr.5.00.13  | 07.05.2021  | STGT  | Städte- und Gemeindetag MV

Angesichts der immer lauter werdenden Forderungen bzw. hitzigen Wortbeiträge in der aktuellen Öffnungsdebatte mahnen die Städte und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, weiterhin besonnen zu bleiben und das gemeinsame Ziel einer verlässlichen Öffnung nicht aus dem Auge zu verlieren. Es ist allen bewusst, dass die Belastung für die Menschen und der Druck für viele Branchen und Gewerbetreibende durch den langen Lockdown hoch ist. Mit den langsam sinkenden Inzidenzen steigt gleichwohl der verständliche Wunsch nach Öffnungen. 

„Der für uns alle sehr schmerzhafte, aber notwendige Lockdown hat zusammen mit der anziehenden Impfkampagne im Hinblick auf den Infektionsschutz gut gewirkt“, erklärt Thomas Beyer, Vorsitzender des Städte- und Gemeindetages Mecklenburg-Vorpommern. „Ich möchte allen Menschen für die Disziplin danken, ohne die wir die aktuell sinkenden Inzidenzzahlen nicht erreicht hätten. Nur dürfen wir das jetzt Erreichte nicht durch zu schnelle Öffnungen wieder gefährden. Es geht leider nur Schrift für Schritt. Und am Anfang sollte für die Kinder und Jugendlichen (sowie deren Eltern), die in der Pandemie sehr leiden, die Regelbetreuung in der Kita und der Regelunterricht in der Schule stehen, begleitet durch eine kluge Teststrategie und -pflicht. Dass der gemeinsame und mehr als verständliche Wunsch nach gewohnter Normalität erreicht werden kann, verlangt von uns noch lange viel Geduld und Besonnenheit.“

 Daher gilt es weiterhin den Impffortschritt, die Fallzahlentwicklung und vor allem die Belastung unseres Gesundheitswesens im Blick zu behalten. Verfrühte Öffnungen, die auf Druck der Wirtschaft und individuellen Bedürfnissen heraus resultieren, können gefährlich sein und lassen die Gemeinschaftsaufgabe der Pandemieeindämmung schnell als solche vergessen. Dazu ergänzt Beyer „Verständlich ist aber auch die Kritik der geschlossenen Branchen. Diese brauchen endlich einfache und zielgerichtete Hilfeangebote des Staates. Der Städte- und Gemeindetag hat sich dazu mit einem Appell für die Rettung der heimischen Wirtschaft an die Bundes- und Landesregierung gewandt.“ 

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung: Andreas Wellmann, Geschäftsführer, 0170/7671000