Auch kommunales Personal wird kostbar

Nr.0.46.0  | 07.08.2018  | STGT  | Städte- und Gemeindetag MV

 Auch kommunales Personal wird kostbar

 Angesichts der Diskussion um Personalnöte der Landesverwaltung weist der Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern darauf hin, dass auch Kommunalverwaltungen, gerade in den kleineren amtsfreien Gemeinden und Ämtern eher mehr Probleme bekommen, geeignetes Personal zur Aufgabenerfüllung bereitzustellen. „Auch in den Verwaltungen unserer Städte, Gemeinden und Ämter“, so Geschäftsführer Andreas Wellmann, „machen sich die Verantwortlichen Sorgen, mit welchen Mitarbeitern die vielfältigen und anspruchsvollen Aufgaben erfüllt werden können. Viele Mitarbeiter sind direkt nach der Wende in die Verwaltung eingestiegen, haben viel Aufbauarbeit geleistet und gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Die „Digitalisierung“ der Verwaltung wird das nicht kompensieren. Die notwendige Neuorganisation der Verwaltungsprozesse als Voraussetzung der Digitalisierung bedeutet E-Government erst einmal mehr Arbeit für die Beschäftigten“, so Wellmann.

Zuerst gab es Personalprobleme bei IT-Spezialisten und Amtsärzte. Inzwischen werden Berufsfeuerwehrleute genauso gesucht wie Kämmerer, Standesbeamten oder Ordnungsamtsmitarbeiter. Das führt zu einer Mitarbeiterfluktuation in der kommunalen Familie. Auch langjährige Mitarbeiter gucken sich um, ob sie in anderen Verwaltungen nicht ihren Arbeitsweg verkürzen und mehr verdienen können. Insbesondere die Landesverwaltung und die großen Kreisverwaltungen bezahlen teilweise für dieselben Tätigkeiten mehr Geld. In den kleinen Amtsverwaltungen achten die Bürgermeister eher darauf, dass sich die Personalkosten im engeren Rahmen halten, da die Amtsumlage direkt aus den Gemeindekassen finanziert werden muss.

 

Eine wichtige Funktion für die Führungspositionen auch in den Kommunen haben die allseits anerkannten Absolventen der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Güstrow. Hier werden die Beamtenanwärter des Landes und der Kommunen ausgebildet. Leider sind auch die notwendigen Dozentenstellen dafür nicht vom Personalentwicklungskonzept der Landesregierung ausgenommen. Wenn das Land aber die wegfallenden Führungskräfte entsprechend ersetzen will, brauchen diese gute Ausbildungsbedingen in Güstrow. Deswegen ist es auch aus kommunalen Interesse unbedingt notwendig, dass neue dauerhafte Dozentenstellen für die Fachhochschule geschaffen werden, um mehr Nachwuchs für die wachsenden Herausforderungen auszubilden. Immer nur die Polizeiausbildung hier aufzustocken hilft da nicht. Das Land schafft schließlich immer neue Vorschriften. Dazu braucht es auch gut ausgebildetes Personal, um diese anzuwenden. Deswegen sollte hier das Land andere Prioritäten setzen!

 

Für Rückfragen steht Ihnen in der Geschäftsstelle Klaus-Michael Glaser zur Verfügen (Tel.: 0385 30 31-224).