Bund-Länder-Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt zur Unterstützung der Schutzsuchenden aus der Ukraine - Schule und Kita stehen vor großen Herausforderungen

Nr.4.00.23  | 11.04.2022  | STGT  | Städte- und Gemeindetag MV

„Der schreckliche Krieg in der Ukraine geht nun schon in die siebte Woche und über vier Millionen Menschen sind in die umliegenden Länder geflüchtet. Die große Hilfsbereitschaft der Menschen ist beeindruckend. Viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in den Städten und Gemeinden haben viel geleistet. Es muss aber davon ausgegangen werden, dass der Krieg andauern wird, viele Menschen bei uns Schutz suchen und viele bleiben werden. Vor allem sind es Frauen und Kinder, die nun ihren Weg in eine neue Gesellschaft finden müssen.“ beschreibt Thomas Beyer, Vorsitzender Städte- und Gemeindetages die Lage. Darum ist der Übergang in das System des Sozialgesetzbuches II und XII ab dem 1. Juni 2022 gut, weil hier zielgerichtete Hilfe für die Arbeitsmarktintegration und auch die Pflege möglich ist.

 

„Wichtig ist aber auch, dass die Kinder und Jugendlichen wieder eine Struktur finden, sprich es Betreuungs- und Bildungsangebote gibt.“ so Beyer weiter. „Hier sind die Kitas und Schulen, die schon in der Pandemie vieles abfangen mussten, erneut herausgefordert. Daher ist es notwendig, dass flexible Lösungen gefunden werden von niedrigschwelliger Betreuung und Unterricht in ukrainischer Sprache und Lehrplan (online) bis hin zur Integration in das deutsche Regelsystem, wenn es gewollt ist. Es fehlt leider auch das Personal. Ausgeschriebene Stellen sind zwar gut, aber noch nicht besetzt; zumal die spezialisierten DaZ-(Deutsch als Zweitsprache)Lehrer häufig anderweitig eingesetzt sind. Insgesamt ist die Beteiligung des Bundes an diesen Kosten eine wichtige Aussage und ein wichtiger Schritt, dem noch weitere folgen müssen, wenn die Lage sich dynamisch weiterentwickelt. Da die Menschen sich aber den Ort suchen werden, wo sie leben wollen, müssen die Mittel auch dorthin fließen, um gute Unterstützung zu ermöglichen. Wir werden hier Gespräche mit dem Land führen, wie dies gut und zielgerichtet gelingen kann.“

 

Vordringlich geht es aber derzeit auch darum, die Menschen gut unterzubringen. Damit das unter den schwierigen Bedingungen klappt, braucht es gute Koordination vom Bund über Land und Landkreise in die Städte und Gemeinden. Das gelingt nur, wenn pragmatisch gehandelt und die Finanzierung unkompliziert gesichert wird.

 

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