Erwartungen des Städte- und Gemeindetages M-V an die Novelle des Kindertagesförderungsgesetzes M-V
Mit Interesse sieht der Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern dem für heute angekündigten Entwurf der Landesregierung für ein novelliertes Kindertagesförderungsgesetz entgegen.
„Wir erwarten vom Land Entlastungen für die deutlich gestiegene Inanspruchnahme in den Einrichtungen sowie Ausgleichsregelungen für Qualitätsverbesserungen, um das erreichte Niveau der Kindertagesbetreuung in unserem Land zumindest beibehalten zu können“, so Dr. Reinhard Dettmann, Vorsitzender des Städte- und Gemeindetages M-V. Bei allen Forderungen nach weiteren Standardverbesserungen muss berücksichtigt werden, dass Mecklenburg-Vorpommern mit vorbildlichen Öffnungs- und Betreuungszeiten und mit nahezu 50 % Versorgungsquote sogar bei den Krippenkindern bundesweit an der Spitze liegt. Andere Bundesländer prüfen derzeit, ob sie sich leisten können, für 30 % der Kinder Krippenplätze zur Verfügung zu stellen. „Ob das vom Land vorgesehene Geld für weitere Verbesserungen am Kindertagesförderungsgesetz ausreicht, bleibt abzuwarten. Wir bieten dem Land an, uns weiterhin konstruktiv in die diesbezüglichen Diskussionen einzubringen“, so Dr. Dettmann.
Der Kommunalverband macht in dem Zusammenhang auf akute Probleme in der ErzieherInnenausbildung in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam. „Unser Land muss dem schon zu spürenden Fachkräftemangel in den Kitas entgegenwirken, indem es genügend Ausbildungskapazitäten zur Verfügung stellt und die ErzieherInnenausbildung reformiert“, bringt Dr. Dettmann die Forderungen seines Verbandes auf den Punkt. Nach der Ost-West-Angleichung sowie mit der Gewährung von neuen Tarifen ist die niedrige Bezahlung als Hemmschuh entfallen. „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die nicht nur den Ausbildungsberuf attraktiver machen, sondern auch eine verlässliche Beschäftigung ermöglichen. Ohne Fachkräfte in den Kitas wird die verlässliche Kindertagesbetreuung in Mecklenburg-Vorpommern ad absurdum geführt“, so Dr. Dettmann.
Der Städte- und Gemeindetag bekräftigt seine Forderungen nach einer unbürokratischeren Lösung zur Essenversorgung von Kindern bedürftiger Eltern und nach einer Verlagerung der Zuständigkeit für die Kindertagesbetreuung auf die Ämter, Städte und Gemeinden, wenn sie es wünschen und leistungsfähig sind. Dann hätten die Eltern nur noch einen Ansprechpartner vor Ort und auch die Zusammenarbeit mit der Schule ließe sich besser koordinieren.
