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Der Überblick 2/2011

Das Rathaus als Verwaltungs- und Repräsentationsgebäude gehört schon seit dem ausgehenden 12. Jahrhundert zum Stadtbild, als der Rat sich eine Ratsverfassung gab und damit seine Aufgaben festlegte. Spätestens im frühen 18. Jahrhundert erfahren wir in Neustadt-Glewe Näheres über das Baugeschehen zur Errichtung eines neuen Rathauses.
Das alte „Baufellige Rathaus“ mit der Bitte um Beihilfe zum Bau eines neuen Rathauses, „weil man sich nicht getrauen dürfe länger dareinzugehen“. Die Bürgschaft muss bis jetzt im Hause des Bürgermeisters zusammenkommen, „woselbst sie nicht den respect geben, als wann sie aufn Rathause sein“. 1717 ist vom Abriss zu erfahren, dass die Neustädter Bürger Ständer, Riegel, Latten u.a. mitsamt den Nägeln gestohlen und nach ihren „Haußern heimlich ohne Erlaubnis weggetragen, gerade als die Arbeitsleut zwischen 8.00 Uhr und 9.00 Uhr morgens  zum Frühstück gegangen seien“. Schon im Juli 1728 wurde das gerade erst neu erbaute Rathaus während eines verheerenden Stadtbrandes zerstört.
Das heutige Rathaus, 1802-1806 im frühen klassizistischen Stil von einheimischen Handwerksmeistern errichtet, ist ein zweigeschossiger Putzbau mit Mansarddach und offenem Laternentürmchen. Dessen Säulen und Brüstungen waren ursprünglich aus Holz gefertigt, mussten aber wegen Baufälligkeit 1879 durch Eisenguss ersetzt werden. Im Obergeschoss der sog. Bürgermeisterbalkon mit schmiedeeisernem Geländer und eine Sonnenuhr, die ein Rundfenster umrahmt.
Eine Sandsteintreppe und eine geschnitzte zweiflügelige Eingangstür gewähren Einlass in das in den Jahren 1998-2000 sanierte Haus. Am 02. Mai 1999 stieß man unter dem steinernen Fußboden des Foyers auf eine im Sandbett eingelagerte Holzschatulle, die eine stahlblechverzinkte Kassette beinhaltete. Diese wiederum enthielt ein in Blei gefasstes Glaskästchen. Sorgsam eingelegt ein Mecklenburg-Schweriner Staatskalender aus dem Jahre 1804, auf 16 Seiten „Fragmentarisch hingeworfene Notizen über den jetzigen Zustands Mecklenburgs und einige der neuesten politischen Begebenheiten“ und ein 5seitiger Brief „An die Nachkommen über den Bau des jetzigen Rathauses“, sowie 15 Münzen jener Zeit. Geschützt hatten unsere Altvordern diesen wertvollen Schatz zusätzlich durch eine Umrahmung aus Backsteinen. An gleicher Stelle hinterließen nun unsere Stadtväter sorgsam verwahrt unseren Nachkommen wertvolle Zeitdokumente im Foyer des „Hohen Hauses“.

Schlagzeilen:

  • FAG, Energiepolitik und Personalgewinnung – Vorstand steckte Themenrahmen 2011 ab
  • Aus der Enquete-Kommission – Eckpunkte der Gemeindestrukturen
  • Stellungnahme zum Besoldungs- und Versorgungsgesetz
  • Verbandsstellungnahme zum Entwurf einer Wahlrechtsverordnung
  • OVG Greifswald: Keine Rücknahme der Ernennung zum Ehrenbeamten
  • VG Greifswald: Ablehnung eines Bewerbers für den hauptamtlichen Bürgermeister wegen Zweifel an der Verfassungstreue
  • OVG Greifswald: Schmutzwasseranschlussbeitrag, Zulässigkeit einer Nacherhebung