Kindertagespflege: Viele geben auf

Nr.4.6  | 04.04.2017  | STGT  | Städte- und Gemeindetag MV

Tagesmütter und –väter leisten auch in Mecklenburg-Vorpommern einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag bei der Förderung von Kindern. Insbesondere Eltern von Kindern im Krippenalter schätzen diese Betreuungsform aufgrund der individuellen Betreuung. Auch Eltern mit einem Betreuungsbedarf außerhalb der Regelöffnungszeiten von Kitas nehmen für ihre Kinder gerne die Unterstützung durch Tagespflegepersonen in Anspruch. Auch in ländlichen Regionen mit wenig Kindern ist die Tagespflege häufig die einzige Betreuungsmöglichkeit im näheren Wohnumfeld der Familien. 

Allerdings stellt der Städte- und Gemeindetag M-V klar, dass die in dem o. g. Artikel von Frau Kuhlmann getroffenen Aussagen nicht zutreffend sind. Die Finanzierung der Kindertagespflege richtet sich nach § 23 Abs. 2a SGB VIII. Demnach legen in Mecklenburg Vorpommern die Landkreise und kreisfreien Städte die Geldleistung für die Tagespflege fest, welche leistungsgerecht auszugestalten ist. Land, Gemeinden und nicht zuletzt die Eltern sind ebenfalls an der Finanzierung der Entgelte für Kindertagespflegepersonen beteiligt. Etwaige Pauschalbeträge eines Bundesministeriums spielen dabei keine Rolle. Zudem sagt eine steuerliche Anrechenbarkeit nichts aus über die leistungsgerechte und angemessene Höhe eines Entgeltes. Vielmehr sind die Entgelte wie ausgeführt leistungsgerecht und anhand der jeweiligen Gegebenheiten vor Ort auszugestalten. So werden übrigens auch die Entgelte für die Kitas verhandelt. 

Die Vergütungen angestellter Tagespflegepersonen beruhen auf den Entgelttabellen für den Sozialdienst. Dort wird festgelegt, welche Vergütungsgruppen zugrunde zu legen sind. Viele Tagespflegepersonen sind aber selbstständig tätig, auch auf eigenen Wunsch. Für diese Fälle gilt ein Mindestlohn nicht. 

Rückfragen bitte an Herrn Thomas Deiters, Tel.: 0170 / 76 71 004