Kommunaler Kennzahlenvergleich M-V

Arbeiten zum Kommunalen Kennzahlenvergleich 2014 abgeschlossen

Die Ergebnisse der im vergangenen Jahr durchgeführten Online-Umfragen zum Kommunalen Kennzahlenvergleich 2014 liegen vor. Im Fokus standen dabei - wie bereits im Vorjahr - die vier Bereiche Straßenunterhaltung/Winterdienst, Brandschutz, Kindertagesbetreuung und Schulen. Pro Bereich wurden im Schnitt drei bis vier Kennzahlen untersucht, die in den Jahren 2012 und 2013 in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Stralsund und der Universität Rostock in gemeinsamen Workshops mit kommunalen Praktikern erarbeitet wurden. Die Auswertung fand wie bereits im Vorjahr in entsprechenden Vergleichsgruppen statt. Die Universität Rostock hatte dazu im Jahr 2012 in einer wissenschaftlichen Untersuchung sämtliche Städte und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern auf ihre Vergleichbarkeit hin untersucht. Im Ergebnis wurden sechs Vergleichsgruppen gebildet, auf deren spezifische Eigenschaften im vorliegenden Auswertungsbericht nochmals ausführlich eingegangen wird. Die untersuchten Kennzahlen sind jeweils mit Definitionen, Formeln und den einzelnen Ergebnissen der beteiligten Gemeinden hinterlegt. Die Gemeindeergebnisse wurden auch im vorliegenden Bericht anonymisiert dargestellt.

Parallel zum Kennzahlenvergleich wurde zudem die Wirkung der angebotenen gemeindlichen Leistungen in den jeweiligen Gemeinden untersucht. Hierzu wurde wie auch im Vorjahr eine Zufriedenheitsbefragung der Gemeindevertreter durchgeführt. Ziel dieser Untersuchung sollte es sein, von den Vertretern zu erfahren, wie zufrieden sie tatsächlich mit den angebotenen Leistungen der Gemeinde vor Ort sind. Diese Zufriedenheitsbefragung soll neben den wichtigen Erkenntnissen hinsichtlich der tatsächlichen Ausrichtung des politischen sowie des verwaltungsmäßigen Handelns vor Ort Anreize schaffen, Verbesserungspotentiale aufzudecken und diese mit Hilfe von entsprechenden Kennzahlen „anzusteuern“. Somit stellt die Zufriedenheitsbefragung im gesamten Kennzahlenvergleich eine wichtige Komponente dar.

Der Auswertungsbericht zum Kommunalen Kennzahlenvergleich 2014 – basierend auf den Haushaltsergebnissen des Jahres 2013 – kann somit Hilfestellungen und Diskussionsanregungen liefern, wenn beispielsweise eine Neuausrichtung in den einzelnen Bereichen angestrebt oder Verbesserungsmöglichkeiten gesucht werden.

Allen Teilnehmern des Kommunalen Kennzahlenvergleiches 2014 wird der gedruckte Bericht zur Verfügung gestellt. Mitglieder, die sich nicht an der Umfrage beteiligen konnten, haben die Möglichkeit kostenfrei eine digitale Version des Auswertungsberichtes zu beziehen, alle weiteren Interessierten können den digitalen Bericht gegen Kostenerstattung direkt bei der Geschäftsstelle des Städte- und Gemeindetages Mecklenburg-Vorpommern beziehen:

Eric Bahnemann
Telefon: (03 85) 30 31 222

Wer kann sich mit wem vergleichen?

Der Vergleich der Kommunen wird ermöglicht durch die im vergangenen Jahr von der Universität Rostock durchgeführte Clusteranalyse. Dieser Analyse wurden die Kriterien: Einwohnerzahlen und Bevölkerungsdichte, Steuerkraft sowie die Anteile der unter 10-Jährigen sowie der über 65-Jährigen zugrunde gelegt. Daraufhin wurden sechs Cluster (Vergleichsgruppen) gebildet:

  • Cluster 1 beinhaltet hauptsächlich Gemeinden aus ländlichen Regionen (durchschnittliche Steuerkraft, Einwohnerzahl und –dichte leicht unterdurchschnittlich), zweitgrößtes Cluster mi 249 Gemeinden
  • Cluster 2 beinhaltet Gemeinden mit überdurchschnittlicher Wirtschaftskraft, 132 Gemeinden
  • Cluster 3 beinhaltet Gemeinden mit niedrigster Bevölkerung bei vergleichsweise schlechter Wirtschaftslage, 265 Gemeinden – größter aller Cluster
  • Cluster 4 beinhaltet Gemeinden mit größerem Bevölkerungsanteil bei durchschnittlicher Wirtschaftskraft , 60 Gemeinden
  • Cluster 5 beinhaltet Gemeinden mit überdurchschnittlich hohem Anteil der über 65-Jährigen, höchste Einwohnerdichte, jedoch durchschnittliche Ausprägungen bei Einkommen- und Gewerbesteuer, 22 Gemeinden
  • Cluster 6 beinhaltet Gemeinden mit hoher Wirtschaftskraft bei niedriger Bevölkerung, 32 Gemeinden

Die sogenannten Ausreißer: Die Ergebnisse der durchgeführten Clusteranalyse führten zur Notwendigkeit, einige Ausreißergemeinden von der Cluster-Untersuchung auszuschließen. Diese Städte weisen einzigartige Eigenschaften auf und würden somit bei entsprechender Berücksichtigung und „Einclusterung“ die durchschnittlichen Werte verzerren und die Aussagekraft einschränken. Dennoch wurden gemeldete Daten dieser Städte und Gemeinden in der Auswertung 2013 berücksichtigt und gesondert dargestellt. Der Städte und Gemeindetag M-V empfiehlt diesen Städten und Gemeinden die Ergebnisse des Clusters zu betrachten, denen sie von den Ausprägungen her am nächsten kommen und auf diesem Wege entsprechende vergleiche zu ziehen.

Warum gibt es das Projekt?

Mit Einführung der kommunalen Doppik haben Kennzahlen eine viel stärkere Bedeutung als zu kameralen Zeiten gewonnen. Sie dienen primär als Messgröße zur Überprüfung von Zielvorgaben und sind somit steuerungsrelevant und wirkungsorientiert. Schließlich heißt „gemeindliche Selbstverwaltung“ auch „Steuerung“. Diese Steuerungsfunktion bringt auch eine neue Entscheidungskultur in den Gemeindevertretungen und Gremien mit sich. Im Fokus steht nunmehr die Diskussion über Wirksamkeit und Ziele anstatt der Frage, wofür wie viel Geld tatsächlich ausgegeben wurde.

Das Projekt „Weiterentwicklung des Kommunalen Kennzahlenvergleiches M-V“ hat das Ziel, steuerungsentscheidende sowie wirkungsorientierte Kennzahlen für die Städte und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern zu erarbeiten. Die größte Schwierigkeit dabei ist die Tatsache, dass es vor Ort ganz individuelle Zielvorgaben und Prioritätensetzungen gibt. Zwar führte der Städte- und Gemeindetag M-V von 1997 bis 2008 jährlich Kommunale Kennzahlenvergleich durch. Die bisherige Abfrage wurde jedoch den neuen Anforderungen bei weitem nicht mehr gerecht. Mit den wissenschaftlichen Projektpartnern der Universität Rostock sowie der Fachhochschule Stralsund wird daher der Kommunale Kennzahlenvergleich auf doppischer Grundlage weiterentwickelt, um den Mitgliedern des Städte- und Gemeindetages M-V einen interkommunalen Vergleich zu ermöglichen.

Wie bereits dargestellt, konzentriert sich das Projekt zunächst auf die Erarbeitung von steuerungsrelevanten Kennzahlen. Um tatsächlich auch vergleichen zu können, wurden im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit der Universität Rostock alle Städte und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern auf ihre Homogenität untersucht. Im Ergebnis konnten sechs Vergleichsgruppen (sog. „Cluster“) gebildet werden. Innerhalb dieser Vergleichsgruppen befinden sich Städte und Gemeinden, die sich ziemlich stark ähneln und sich tatsächlich auch miteinander vergleichen können.

Im Projekt wurde sich zunächst auf vier Produktbereiche konzentriert:

  • Brandschutz
  • Straßenunterhaltung/Winterdienst
  • Kita
  • Schule (Regional- und Grundschule)